Lokalnachrichten
Ich schreibe diese Zeilen nicht leichtfertig. Ich schreibe sie als Bürgermeister, als Familienvater und als jemand, der Christian Litzinger persönlich kennt. Ich weiß, dass er ein engagierter Kollege ist, der sein Amt mit Ernsthaftigkeit und Verantwortung ausübt. Und gerade deshalb lasse ich es nicht unwidersprochen stehen, was ihm in den vergangenen Tagen widerfährt. Was derzeit mit Christian geschieht, ist eine öffentliche Hinrichtung mit den Mitteln des digitalen Mobs. Eine Enthemmung, eine Verrohung, ein Abgrund. Ausgangspunkt war ein Interview – ein Gespräch, in dem Christian Litzinger auf eine Frage geantwortet hat, die im späteren Video gar nicht mehr zu hören war. Übrig blieb ein isolierter Satz. Herausgerissen aus dem Zusammenhang. Verkürzt. Fehlinterpretiert. Und anschließend tausendfach geteilt, kommentiert und mit mehr als nur Empörung aufgeladen.
Zur Einordnung: Die Frage, auf die er geantwortet hat, bezog sich auf frühere Vorfälle im Freibad – etwa Beleidigungen gegen eingesetztes Personal oder Schlägereien. Sie bezog sich ausdrücklich nicht auf die furchtbaren sexuellen Übergriffe, die […]