Vor über 500 Zuschauern in der RODAUSTROM Sportarena in Rodgau entwickelte sich zwischen den beiden Lokalrivalen schnell ein intensives und von zahlreichen Zweikämpfen geprägtes Derbyduell, in dem Hanau durch einen Rückraumwurf von Cedric Schiefer zunächst mit 2:0 (3. Minute) in Führung ging. Zwar gelang Nieder-Roden schnell der Ausgleich, doch in den ersten zehn Minuten waren vor allem von den beiden Abwehrreihen geprägt. Hanau ging dabei die Gastgeber früh an, ließ die Mannschaft von Trainer Christian Sommer nur selten in ihr Tempospiel kommen.
Emotionen, Rote Karte und ein starker Khan vor der Pause
Gerade Hanaus Jan-Eric Kleemann sorgte in der ersten Halbzeit für Aufsehen: In der 16. Minute verlud der flinke Spielmacher zwei seiner Gegenspieler und markierte dann die erneute 7:6-Führung für die Grimmstädter. Danach wurde es hochemotional: Zunächst wurde Lukas Böhm mit einer Zeitstrafe von der Platte geschickt, ehe Saad Khan den fälligen Siebenmeter von Nils Hassler mustergültig parierte. Nur wenigen Sekunden später holte Nieder-Rodens Filip Wunderlich in der Abwehr Kleemann von den Füßen und sah dafür die Rote Karte (18.).
Davon angespornt drückte Hanau nun auf das Gaspedal: Nach einer Balleroberung wurde Rechtsaußen Sebastian Hein von Torhüter Benedikt Müller auf die Reise geschickt – das 11:9 (22.). Im nächsten Angriff stellte Schiefer auf 12:9 für die Spielgemeinschaft aus Steinheim und Kesselstadt. Über das 15:12 von Rivic (27.) behauptete Hanau die Führung erfolgreich bis zur Pause, auch weil Khan einen weiteren Siebenmeter gegen den Topscorer der Gastgeber, Sam Hoddersen, parierte.
Hanau behält auch in Unterzahl die Kontrolle
Auch nach dem Seitenwechsel behauptete Hanau seinen Vorsprung und hatte gerade über den klasse aufgelegten Jan-Philipp Winkler wesentlich mehr vom Spiel. Der Mittelmann sorgte auch mit drei Toren in Folge für das 22:17 (37.). Ein Raunen ging noch einmal durch die Ränge, als Schiefer in der 39. Minute nach drei Zeitstrafen die Rote Karte sah. Die Hinausstellung wurde jedoch kein Faktor mehr, aus dem Nieder-Roden Aufwind hätte ziehen können, vor allem weil die Blau-Weißen dank Dziugas Jusys und Rivic im Deckungszentrum resolut verteidigten.
Selbst zwei Situationen in doppelter Unterzahl bekam Hanau gut in den Griff. „Mit Jan-Philipp Winkler und Jan-Eric Kleemann hatten wir heute auch zwei Spieler, welche die Begegnung in dieser Phase hervorragend gesteuert haben“, lobte Spandau, dessen Team den Gegner zwar noch auf 26:28 (48.) herankommen ließ, das Spiel aber zu keinem Zeitpunkt mehr aus der Hand gab. Nach einem weiteren erfolgreichen Abschluss von Rivic bog die HSG Hanau beim 34:28 (56.) auf die Siegerstraße ein und machte mit dem 36:30 (57.) durch ihren Kapitän Max Bergold alles klar.
„Unter dem Strich war das ein absolut verdienter Derbysieg, den wir zum Schluss auch relativ hoch gestaltet haben“, so Spandau abschließend. „Was am Ende zählt sind die zwei Punkte und darüber sind wir alle sehr glücklich.“ Für die HSG Hanau gehen schon nächste Woche die Derby-Spieltage nahtlos weiter: Am Freitag, 6. Februar, erwarten die Grimmstädter den TV Kirchzell in der Main-Kinzig-Halle.