Zach: Ausbau der Kinzigtalbahn nicht verzögern

Main-Kinzig-Kreis. – Verkehrsdezernent Matthias Zach warnt davor, dass die Planungen für den seit Jahren von der Region herbeigesehnten viergleisigen Ausbau der Kinzigtalbahn ins Stocken geraten könnten, wenn das Thema Bahnübergang Gelnhausen-Hailer in den Bürgermeisterwahlkampf der Barbarossastadt gezogen wird. Die Lösung für eine Überführung der Kreisstraße 904 stehe für den Straßenbaulastträger, den Main-Kinzig-Kreis, schon seit über zehn Jahren fest. „Wer diese Planung aufzuschnüren verspricht, verspricht einen hohen Schaden für das gesamte Kinzigtal“, so der Kreisbeigeordnete Zach.

Zach erinnert daran, dass die Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung und der Kreisausschuss bereits 1993 die Verlegung der K904 mit Überquerung der Bahnstrecke einvernehmlich beschlossen haben. Nach einer ausführlichen Untersuchung der möglichen Varianten haben der Kreisausschuss wie auch die Stadt Gelnhausen 1999 der so genannten Omega-Lösung zugestimmt und Hessen Mobil mit der Planung beauftragt. Das dann anschließend eingeleitete Planfeststellungsverfahren ruhte ab 2013 wegen der sich abzeichnenden neuen Pläne der Deutschen Bahn zum Streckenausbau. Im Dezember des vergangenen Jahres hat der Kreisausschuss die Fortsetzung des ruhenden Verfahrens beschlossen, um den Zeitplan für den viergleisigen Streckenausbau nicht zu gefährden. Der Baubeginn für den Streckenabschnitt ist ab 2022 vorgesehen.

 

Schon 1999 hat die Stadt Gelnhausen mit Hinweis auf die schwierige wasserwirtschaftliche Situation eine Unterführung der Strecke abgelehnt, da diese im Wasserschutzgebiet liegend – damals wie heute – nicht genehmigungsfähig gewesen ist. „Selbstverständlich wurden im Dezember auch die erforderlichen und aktualisierten hydrologischen und Umweltgutachten über Hessen Mobil in Auftrag gegeben“, betont Zach.

 

Der zuständige Projektleiter der DB Netz AG, Dr. Reinhard Domke, weist darauf hin, dass die Beseitigung des Bahnübergangs im Rahmen des Bahnausbaus in jedem Fall erfolgen muss. „Nach Ausbau der Strecke werden die Züge dort teilweise mit 200 bis 230 Stundenkilometern fahren. Ein Bahnübergang darf nach den maßgeblichen Vorschriften nicht mehr vorhanden sein“, erklärt Domke, gerade auch mit Blick auf das Verkehrsaufkommen von 290 Zügen pro Tag.

 

Die zuständigen Stellen – der Main-Kinzig-Kreis, die Stadt Gelnhausen und Hessen Mobil – könnten alternativ zwar prüfen, inwieweit eine Straßenüberführung überhaupt noch erforderlich erscheint. „Allerdings würde eine eventuell spätere Entscheidung zum Bau einer Straßenüberführung nach Fertigstellung des viergleisigen Streckenausbaus zu erheblichen finanziellen Nachteilen des Kreises als Straßenbaulastträger im Hinblick auf die Bezuschussung des Projekts führen“, stellt Dr. Reinhard Domke fest.

 

Für Matthias Zach ist die Sachlage klar. „Eine Unterführung ist wasserschutzrechtlich nicht durchsetzbar. Als Ersatz für den Bahnübergang Bleichstraße ist wiederum bereits planfestgestellt, dass der bestehende Bahnsteigzugang an die Station Hailer durchgebunden und mit Rampen beidseitig der Strecke versehen wird. Insofern stellt sich nur die Frage: Überführung oder gar keine Trassenquerung“, erklärt Zach. Die Frage, ob überhaupt eine weitere Anbindung der Kreisstraße 904 zwischen Hailer und Gründau-Lieblos nach Wegfall des Bahnübergangs – also die Nullvariante – zukünftig noch erforderlich sei, müsse durch Hessen Mobil geprüft werden.

 

Verkehrsdezernent Zach und Projektleiter Dr. Reinhard Domke geben zu bedenken, dass sich eventuell eintretende Verzögerungen bei diesem Projekt, speziell bei der Beseitigung des Bahnübergangs Hailer, auch verschiebend auf den Umbau der Strecke insgesamt auswirkten. Damit verbunden verzögere sich auch der dringend notwendige Lärmschutz für die Anwohner und die behindertengerechte Ausstattung im Bereich des Bahnhofs Gelnhausen.

(Main-Kinzig-Kreis)

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