Simmler: Hatten auf anderes Signal der Pflegekommission gehofft

Main-Kinzig-Kreis. – Der Mindestlohn für Pflegebedienstete steigt zum 1. Januar 2018 von 10,20 Euro auf 10,55 Euro. Aus Sicht der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler bedeute dies für die Frauen und Männer „nur einen Tropfen auf den heißen Stein“. „Pflege muss unserer Gesellschaft etwas wert sein“, erklärt die Aufsichtsratsvorsitzende der Alten- und Pflegezentren Main-Kinzig (APZ). „Für eine gute Qualität in der Pflege braucht es motiviertes Personal oder überhaupt ausreichend Personal in den nächsten Jahren. Das geht nur über gute Bezahlung.“

Die Alten- und Pflegezentren haben in den vergangenen Jahren Projekte gestartet, um das Interesse an einer Arbeit in den zwölf Einrichtungen zu wecken und eine Beschäftigung attraktiv zu halten, sowohl finanziell als auch organisatorisch. Letzteres betrifft etwa familiäre Bedingungen, wenn zur Erwerbsarbeit auch noch private Erziehungs- oder Pflegeaufgaben anfallen. Viele potenzielle Auszubildende „schauen aber besonders darauf, was durchschnittlich an Gehalt gezahlt wird“, merkt Simmler an. „Wir versuchen, die Rahmenbedingungen für die Pflegearbeit stetig zu verbessern. Gleichzeitig wollen wir uns abgrenzen gegen Dumpinglohn-Firmen, die sich leider auch im Pflegesegment tummeln. Beides würde uns leichter fallen, wenn der Mindestlohn deutlich höher liegen würde. Auf ein solches Signal der Pflegekommission hatten wir deshalb gehofft“, so Simmler.

Die Fachkräfte bei den Alten- und Pflegezentren Main-Kinzig werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt. Sie erhalten mit 13,26 Euro in der Stunde schon jetzt ein Gehalt, das 30 Prozent über dem Mindestlohn liegt. Auch ungelernte Kräfte erhalten einen Stundensatz über dem Mindestlohn.

„Heute legt jeder Wert darauf, dass sein Haus stabil gemauert, das Dach ordentlich abgedichtet und jede einzelne Steckdose nach strengsten Sicherheitskriterien gesetzt wird. Warum sollten diese Fachleute mehr bekommen als jene, die unsere engsten Verwandten menschenwürdig betreuen?“, fragt Simmler. Im Baugewerbe seien Mindestlöhne über 11 Euro schon seit Jahren eingeführt. Für den Pflegebereich ist eine Erhöhung auf über 11 Euro erst ab 2019 vorgesehen. „Der Pflege fehlt leider weiterhin die Lobby, um eine couragierte, angemessene Aufwertung zu erfahren“, urteilt die Erste Kreisbeigeordnete.

 (Main-Kinzig-Kreis)

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