Sachlichkeit statt Stimmungsmache

Zu mehr Sachlichkeit und Ehrlichkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ruft Bürgermeister Thorsten Stolz bei der jetzt entbrannten Diskussion über die geplante Bahnüberführung in Hailer-Meerholz auf. Die „Bürger für Gelnhausen“ (BG) hatten in einer eigenen Infoveranstaltung zum Thema die bereits vor Jahren von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Omega-Brücke infrage gestellt und den Neustart des Verfahrens sowie den Bau einer Unterführung favorisiert. Bürgermeister Thorsten Stolz äußert sich zum Thema und zeigt auf, was ein geforderter Neubeginn des Verfahrens für die Barbarossastadt, insbesondere für die Stadtteile Hailer und Meerholz, bedeuten würde.

„An dieser Stelle bringt uns nur eine sachliche Diskussion weiter, keine Stimmungsmache“, appelliert Bürgermeister Thorsten Stolz an die Initiatoren und die Bürgerschaft. Die Gelnhäuser Stadtverordneten hätten sich bereits vor 18 Jahren für den Bau einer Omega-Brücke zur Beseitigung des Bahnübergangs in Hailer-Meerholz entschieden. „Und das aus sachlichen Gründen heraus“, so Stolz. „Ein wesentliches Argument gegen die Unterführung – das heute noch genauso Bestand hat – ist die Verletzung der grundwasserschützenden Deckschichten. Die Grundwasserströme werden durch ein Trogbauwerk wesentlich stärker beeinflusst und in neue Bahnen gelenkt, als durch die Pfahlgründungen einer Brücke“, geht Stolz auf die Hintergründe ein. Eine Unterführung sei mehrere Dutzend Meter lang und bilde dadurch einen Riegel, der die Fließwege des Grundwassers erheblich behindere. „Das hätte negative Folgen für den Wasserhaushalt im gesamten Auenbereich“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Falls das Planungsverfahren zur Beseitigung des leidigen Bahnübergangs in Hailer-Meerholz noch einmal neu aufgerollt wird, wird das weitreichende Konsequenzen für den zeitlichen Ablauf des Trassenausbaus, die Herstellung der Barrierefreiheit in den Bahnhöfen und den zusätzlichen Lärmschutz haben, darauf weist Bürgermeister Thorsten Stolz eindringlich hin. Im schlimmsten Fall streicht die Bahn den Übergang auf der Ausbaustrecke ersatzlos.

Hinzu komme, dass bereits die Baustelle für die Unterführung trocken gehalten werden müsse, womit das Abpumpen und Ableiten von Grundwasser in einer nicht unerheblichen Größenordnung einhergehe. Der Entzug von Wasser aus dem lokalen Grundwasserkörper könne unter anderem Setzungen an umliegenden Gebäuden, den Verlust von Wassermengen für das Wasserschutzgebiet, die Beeinflussung der auentypischen Vegetation und weitere negative Auswirkungen auf die Natur und den Wasserhaushalt der Umgebung haben, so Stolz. Er führt aber nicht nur Bedenken im Bereich des Naturschutzes an. „Wenn die Stadtverordnetenversammlung das möchte, könnte der Main-Kinzig-Kreis das Verfahren auf null setzen und eine neue Beschlusslage hergestellt werden. Dann muss man aber auch so ehrlich sein und die Bürgerinnen und Bürger über die Konsequenzen aufklären“, so Stolz. Das Verfahren wieder neu aufzulegen bedeute erhebliche Verzögerungen des Ausbaus des dritten und vierten Gleises. „Damit verschiebt sich auch die Herstellung der Barrierefreiheit an den Bahnhöfen Hailer-Meerholz und Gelnhausen um viele weitere Jahre. Das trifft gleichermaßen auch auf den zusätzlichen verbesserten Lärmschutz für die Bürgerinnen und Bürger in Hailer und Meerholz, der von der Gesamtbaumaßnahme abhängig ist, zu. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen, die eine Verzögerung des Trassenausbaus auf die vielen Pendlerinnen und Pendler haben würde“, verweist der Rathauschef auf die Folgen. Um die Verzögerung des Großprojektes, das schließlich auch viele weitere Kommunen entlang der Ausbaustrecke betreffe, abzuwenden, sei es durchaus möglich, dass die Bahn ihre Pläne auch ohne Ersatzbauwerk für den Bahnübergang in Hailer-Meerholz umsetze. „Das würde bedeuten, dass der Bahnübergang ersatzlos gestrichen wird und die Verkehrsströme sich neue Wege suchen. Es braucht nicht viel Fantasie sich auszumalen, welche zusätzliche Belastung das für die Bürgerinnen und Bürger in Hailer und Meerholz bedeuten würde“, so Stolz. Er führt noch ein weiteres gewichtiges Argument ins Feld: „Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde im Hinblick auf die künftige Überführung der Bahn geplant. Eine Unterführung würde massive Probleme mit den Aus- und Zufahrten in diesem Bereich mit sich bringen“, so Stolz.

Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde im Hinblick auf die bereits beschlossene Überführung konzipiert. Bürgermeister Stolz gibt zu bedenken, dass eine Unterführung massive Probleme mit den Aus- und Zufahrten für die Feuerwehr mit sich bringen würde.

„Bei sachlicher Abwägung kann ich nur davon abraten, die bisherige Beschlusslage aufzuheben und das gesamte Verfahren von vorne zu beginnen. Eine Lösung für den leidigen Bahnübergang rückt damit zeitlich deutlich weiter nach hinten“, so der Bürgermeister abschließend.

 

 

(Stadt Gelnhausen)

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