Mönchstrank und Medizin

Das Bier nimmt die nächste kulinarische Themenführung in Gelnhausen am Samstag, 15. Juli, um 19 Uhr, ins Visier: Schon Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl Bier zur Regeneration der Seelenkräfte. Paracelsus (1493-1541) bezeichnete es gar als göttliche Medizin gegen Krankheit. Und heute steht jede dritte Brauerei der Welt in Deutschland, es existieren 5 000 verschiedene Biermarken in über 1 200 Brauereien. Wollte man jeden Tag eine Sorte des der Deutschen liebsten Getränks testen, benötigte man dafür mehr als 13 Jahre. Zu einer Exkursion in die Geschichte des Bieres unter dem Titel “Brötche, Bier und Bresskopp” lädt die Tourist-Info Gelnhausen für Samstag, 15. Juli, ein. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Philipp-Reis-Denkmal am Untermarkt. Karten zum Preis von zehn Euro pro Person gibt es nur im Vorverkauf in der Tourist-Info am Obermarkt 8. Sie ist unter der Telefonnummer 06051/830300 erreichbar.

An verschiedenen Stationen in der Altstadt erfahren die Teilnehmer von alten Wirtshäusern, Brunnenwasser und dem Reinheitsgebot, Aberglauben und “Hexereien” rund um das Bierbrauen und von der Grut. Dieses Gemisch aus allerlei Kräutern gab einst dem Bier die richtige Würze. Das so genannte Grutrecht war die rechtliche Basis jeder Brauerei und sicherte den Braumeistern ihre “Monopol”-Stellung. Unter anderem wanderten Wacholder, Gagel, Schlehe, Eichenrinde, Wermut, Kümmel, Anis, Lorbeer, Stechapfel, Enzian und Kiefernwurzel in die Grut.

Warum die Menschen im Mittelalter stets so heftig mit den Bierkrügen anstießen, bis der Inhalt überschwappte, erfahren die Teilnehmer dieser kulinarischen Themenführung ebenfalls. Und natürlich auch vom besonderen Umgang der Mönche mit dem Trank, der in den Fastenregeln eine besondere Stellung einnahm: Flüssiges bricht das Fasten nicht, lautete die Devise. Chronisten berichten, dass es Mönchen erlaubt war, fünf Liter Bier am Tag zu trinken.

Als Mittelpunkt des innerstädtischen Handels war der Untermarkt in früheren Zeiten von Gasthäusern umrahmt. Mit grünem Gezweig vor dem Eingang signalisierte der Wirt den Marktleuten mit ihren durstigen Kehlen: “Hier wird frisches Bier verkauft”. So entstanden bekannte Wirtshausnamen wie “Zum grünen Kranz”.

Vom Untermarkt aus schaut man in die Kuhgasse, wo die Metzger angesiedelt waren. Die Wurstherstellung beschränkte sich früher auf wenige Sorten: Blut- und Leberwurst sowie der auch als Schwartemagen bekannte Bresskopp waren besondere Leckereien für das einfache Volk. Hatte der Metzger ein Stück Vieh geschlachtet, hing eine weiße Fahne vor dem Geschäft. Und da es sich nun einmal um eine kulinarische Themenführung handelt, dürfen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer natürlich auch stärken – mit Bier und Bresskopp-Weck.

 

(Stadt Gelnhausen)

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