Interview mit HEBEISEN WHITE WINGS Head Coach Simon Cote

Trotz der derzeitigen Lage hat der Head Coach der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau Zeit gefunden uns ein Interview zum bisherigen Saisonverlauf zu geben. Er sprach mit uns ausführlich über die Niederlage in Ehingen, den Wechsel des Assistenztrainers und wie er mit dem Team die Wende schaffen will.

Radio MKW: Haben Sie eine Erklärung für den dramatischen Einbruch in der zweiten Halbzeit des Ehingen Spiels?
Simon Cote: “Die zwei Hauptgründe sind Frustration und Müdigkeit. Es gibt ein paar Gründe für das schlechte Spiel in der zweiten Halbzeit des Spiels in Ehingen. Wie jeder weiss, haben wir bisher eine schwierige und frustrierende Saison. In vielen Spielen hatten wir schlechte Phasen, wonach wir uns dann von hohen Rückständen zurückkämpfen mussten.
In vielen dieser Spiele haben wir es nach einem Run geschafft, das Spiel eng zu gestalten, aber der Run hat jedesmal so viel Energie gekostet, dass wir nicht in der Lage waren den hohen Einsatz weiter zu betreiben um im Spiel zu bleiben und am Ende zu gewinnen.
Trotzdem müssen wir einen Weg finden, diese aufgestaute Frustration zu bewältigen und positiv und Mental stark zu sein um auch alle Hindernisse der kommenden Spiele zu bewätigen.
Ein weiterer zentraler Punkt in unserer aktuellen Situation ist, dass wir einen sehr kleinen Kader haben. Wir spielen mit einer Rotation von 8 Spielern. Schlüsselspieler wie Till und Luquon müssen viele Minuten spielen und den Sieg für uns einfahren. Die Gegner haben das natürlich auch bemerkt und sich darauf eingeschossen die beiden aus dem Spiel zu nehmen. Sie müssen auch dann spielen, wenn Sie sehr müde sind – im Gegensatz zu Teams die mit 10 Spielern spielen können und ihren Schlüsselspielern Pausen geben können, so dass sie die Big Plays am Ende des Spiels machen können.
In diesem speziellen Spiel gegen Ehingen, wir haben auch schon am Freitag ein hart umkämpftes Spiel gehabt, dass eine enorm Engerie bei Till, Lu und anderen gekostet hat. Wir hatten nur einen Tag zwischen den Spielen. Zusätzlich zu der mentalen Komponente unserer Spieler, die frustriert sind über den Tabellenplatz und die Niederlagen, waren sie physich müde. Wenn wir zum Beispiel eine Woche Zeit zwischen den Spielen haben wie gegen Rostock und Kirchheim, dann denke ich haben wir sehr gute Ansätze gezeigt und beide Spiele durchgekämpft.
Ich verstehe, dass Ehingen auch am Freitag gespielt hat, aber sie haben einen tieferen Kader, wo Sie 3 Spieler über 25 Minuten hatten. Bei uns haben 6 Spieler über 26 Minuten gespielt.
Um deine Frage kurz zu beantworten, woher kam der Einbruch in der zweiten Hälfte, Frustration, mentale und physische Müdigkeit durch das Spielen mit nur 8 Spielern,
und die Schlüsselspieler mit so vielen Minuten. Ausserdem waren die 2 Spiele in 3 Tagen ein großer Faktor.”

Radio MKW: Es war nicht das erste Mal, das gerade das 3. Viertel verloren wurde. Haben Sie irgendwelche Ideen um das in der Zukunft zu verhindern, z.B. durch Änderung der Halbzeitroutine um eine Reaktion zu provozieren?
Simon Cote: “Jedes Spiel reden wir darüber, die ersten 3 Minuten des 3. Viertels zu gewinnen, aber wir haben in diesen Minuten nie gut gespielt. Ich habe drüber nachgedacht, eine 10 minütige Pause im Training einzulegen, um eine Spielähnliche Halbzeitsituation zu simulieren. Aber hoffentlich kriegen wir es hin diesen Trend eines schlechten 3. Viertels umzudrehen. Wir werden es weiter ansprechen und versuchen verschiedene Taktiken um dies zu ändern.”

Radio MKW: Glauben Sie, dass der Verlust von Trevor Bings etwas mit der Niederlagenserie zu tun hat?
Simon Cote: “Der größte Einfluss durch den Weggang von Trevor Bings war das Timing und der Zeitaufwand einen neuen Assistenten zu finden. Die Woche for dem Paderbornspiel hatte ich alle meine Aufgaben zu erledigen und alle Aufgaben, die normalerweise der Assistent erledigt. Ich musste also alle Vorbereitungen treffen. Das könnte die Vorbereitungen auf das Spiel in Paderborn beeinträchtigt haben. Zusätzlich zu der Arbeit aus den zwei Wochen bevor er uns verlassen hat, musste ich eine Menge Zeit aufwenden um einen neuen Assistenten zu finden und die möglichen neue Assistenten zu interviewen. Also hat sein Abschied uns und mir eine Menge extra Arbeit in diesen Wochen gebracht um einen neuen Assistenten zu finden und einzuarbeiten.”

Radio MKW: Gibt es im Team Probleme auf persönlicher Ebene oder in der Hierarchie?
Simon Cote: “Ich denke wir können definitiv besser spielen, als Team auf dem Court. Wir haben dieses Jahr eine Menge neuer Spieler im Team. Wir haben dieses Jahr eine Menge
junger Spieler im Team. Wir haben eine sehr frustrierende Saison bisher. All das beeinflusst, wie Menschen miteinander umgehen, auf und neben dem Court. Ich denke “neben dem Court” passen unsere Jungs gut zusammen. Das wichtigste ist das wir zusammenkommen als Gruppe, insbesondere auf dem Court, und selbstlos und ehrlich füreinander spielen. Das ist etwas auf das wir uns konzentrieren und versuchen es hinzubekommen. Wir müssen weiter an der Selbstverständlichkeit arbeiten, den extra Pass zu spielen und miteinander in der Defense zu reden um unseren Teamkammeraden zu helfen.”

Radio MKW: Was ist mit Jaleel Crawford? Er wurde als Neuzugang vorgestellt, hat aber noch keine Minute in dieser Saison gespielt.
Simon Cote: “Jaleel Crawford ist ein junger Spieler im Bereich der Basketballerfahrung. Jaleel wurde extra als Trainingsspieler verpflichtet. Er hat nicht viel Erfahrung im organisierten Basketball aber wir haben gehofft, dass er uns im Training helfen kann, da wir Spieler brauchen um unseren Kader zu füllen. Er wusste das. Das war eine große Chance für Ihn, sich
weiterzuentwickeln in unseren Trainings. Vielleicht wird er später in der Saison noch ein paar Minuten spielen.”

Radio MKW: Wie kann Andy Hipsher, in seiner Rolle als Individualcoach, den Spielern und dem Team helfen?
Simon Cote: “Andy ist ein sehr guter Coach. Er hat mit einigen der besten Coaches der Vereinigten Staaten gearbeitet, darunter der Hall of Fame Coach Bob Knight, Stan Heath, sein Vater Dan Hipsher und andere. Er eine Menge Wissen im Bereich Taktik mit und er weiss wie er unser Team sowohl als Team, als auch die einzelnen Spieler besser machen kann. Er hat mir und unserem Team sehr geholfen. Er ist ein guter Kommunikator und eine sehr positive Person, was in unserer aktuellen Situation sehr wichtig ist.”

Radio MKW: In der Vergangenheit haben Sie erwähnt, Sie wollten an den Basics arbeiten, wie einer harten klaren Defense. Aber im letzten Spiel zeigte das Team Probleme mit noch einfacheren Teilen des Spiels wie dem Shot Clock Management oder eigenen Einwürfen zum Gegner. Wie sieht die neue Trainingswoche aus, wollen Sie an diesen Themen arbeiten oder eher an z.B. dem Setplay?
Simon Cote: “Wir müssen am Shot Clock Management arbeiten und auch daran wie man mit einer Full Court Presse umgeht. Im Moment ist es unser Ziel als Trainerteam,
die Defense Abläufe wie, Reden, schnelle Hände und Postionen zu verbessern und am besseren Teamplay. Wir müssen die Turnover reduzieren.

Wir müssen einen Weg finden, unser Team darin zu verbessern unsere Vorstellung von Basketeball zu spielen mit unserem Teamwork und Teamspiel. Ich denke als ein Mitglied des Trainerteams, dass wir an den richtigen Dingen arbeiten, versuchen die Ausführung unserer Grundlagen zu verbessern, welche in der Vergangenheit geklappt haben. Versuchen jeden Spieler besser zu machen und das Teamwork zu verbessern. Ich denke wir müssen positiv bleiben und daran arbeiten die Hindernisse zu überwinden, die die Saison uns bis jetzt präsentiert hat.
Wir brauchen ein positives Momentum. Wir brauchen ein bisschen Glück. Unsere Spieler müssen Gesund bleiben. Wir müssen positiv bleiben und einen Weg finden, als eine zusammenarbeitende Gruppe Erfolg zu haben.

Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen können.”

Wir bedanken uns bei Simon Cote für das Interview und die ausführlichen Antworten!

(Foto: HEBEISEN WHITE WINGS Hanau)

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