„Interessant und umsetzbar für jeden landwirtschaftlichen Betrieb“

Main-Kinzig-Kreis. – Das Projekt „Lernfeld Landwirtschaft“ des Main-Kinzig-Kreises geht in die nächste Runde. Mit diesem Programm sollen Kindergruppen aus Kitas und Schulen über heimische Bauernhöfe geführt werden und anschaulich die landwirtschaftliche Produktion kennenlernen. Nach einer Auftaktveranstaltung im März haben nun der Hof Buchwald in Nidderau und der Weidenhof in Wächtersbach Besuchern von anderen Höfen gezeigt, wie dieses Lernfeld Landwirtschaft ganz genau bestellt werden kann. Aus rund 40 Betrieben holten sich Frauen und Männer Informationen aus erster Hand.

 

Über die große Resonanz hat sich Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler erfreut gezeigt. „Schon nach unserem gemeinsamen Auftakt in Gelnhausen gingen prompt 20 Anmeldungen bei uns ein“, berichtet sie, „jetzt sind noch einmal so viele Interessierte hinzugekommen. Einen besseren Start kann man sich kaum wünschen.“

 

Simmler ist sich sicher, dass vor allem die „Bauernhofbegleiter“ den besonderen Anreiz für die Betriebe bilden. Über spezielle Schulungen können sich Ehrenamtliche ausbilden lassen, die nicht in den bäuerlichen Betrieb eingebunden sind, die aber dann auf diesen Höfen die Führungen organisieren und begleiten. Daran nämlich, so die zuständige Dezernentin für den Bereich Landwirtschaft, seien schon vielerorts Kinderführungen gescheitert: „Ich habe von vielen Höfen zurückgemeldet bekommen, dass die Kapazitäten fehlen, sich für mehrere Stunden um eine Gruppe von Kindern zu kümmern. Genau hier setzen wir mit den Bauernhofbegleitern gezielt an. So ist das ‚Lernfeld Landwirtschaft‘ für jeden Betrieb, unabhängig von der Größe oder der Ausrichtung, interessant und umsetzbar.“

 

Auf den beiden Höfen in Nidderau und Wächtersbach stellte Lena Hennig vom Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum die vielen Möglichkeiten für die Landwirtinnen und Landwirte vor, sich an dem Programm zu beteiligen. So seien vereinzelte Besuche von Kindergruppen genauso denkbar wie regelmäßige Führungen, auf dem Milchviehbetrieb genauso wie auf dem Hof mit Schwerpunkt Ackerbau. „Wir wollen es Schulen und Betrieben so einfach wie möglich machen, gemeinsame Besuche zu vereinbaren“, so Hennig.

Claudia Müller gibt auf dem Wächtersbacher Weidenhof einen Einblick in die Möglichkeiten von Kinderführungen in landwirtschaftlichen Betrieben.

Den Kontakt zum Staatlichen Schulamt hatte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler bereits hergestellt. Nun ging es vor Ort darum, was Betriebe den Kindern so alles zeigen und wie sie mit ihnen umgehen können. Da hatten Silke Vogel vom Hof Buchwald und Claudia Müller vom Weidenhof aus ihrer eigenen Erfahrung einiges zu berichten. Schließlich sind auf ihren Höfen schon seit vielen Jahren Besuchergruppen unterwegs. Keine Führung sei wie die andere, das fange schon bei den unterschiedlichen Altersgruppen an, über die Jahres- und der Tageszeit bis hin zu speziellen Schwerpunkten, die auch Schulklassen setzten, so Vogel und Müller.

 

Auch Claudia Müller ging auf die personelle Unterstützung von außen ein. „Das Projekt Bauernhofbegleiter ist für mich zentral. Wir könnten viel mehr Klassen über den Hof führen, aber oft ist nicht genug Personal dafür frei“, erklärte Müller. Zu sehen gäbe es gleichwohl eine Menge. Während man den älteren Kindern Wissen zum Organismus einer Kuh, der Milchproduktion oder Produktionsketten vermitteln könne, interessierten sich die Kleineren für andere Dinge. Bei ihnen stünden dann einfachere Dinge im Vordergrund, das Füttern und die Stallsäuberung beispielsweise. Im Rahmen der Informationsveranstaltungen wurden auf den Höfen aber neben dem Inhalt von Führungen auch Fragen zur richtigen Vorbereitung, zur Pädagogik und zu Versicherungsfragen angesprochen. Unterstützt wurde der Main-Kinzig-Kreis dabei unter anderem von Sigrun Krauch vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

 

„Ich bin guter Dinge, dass wir im Laufe des kommenden Schuljahrs die ersten Kontakte zwischen Schulen und Betrieben beziehungsweise den Bauernhofbegleitern knüpfen können“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Simmler. „Wir haben dem Staatlichen Schulamt vorgeschlagen, im Rahmen von Projekttagen die ersten Besuche stattfinden zu lassen und nehmen dabei Schülerinnen und Schüler bis zur siebten Klasse in den Blick. Bei den Höfen, für die Bauernhofbegleiter ausgebildet werden, wird sich der Startzeitpunkt eher etwas nach hinten verschieben. Aber diese Zeit sei dem Projekt gegönnt, das schon jetzt eine solch große Resonanz erfährt.“

 

(Main-Kinzig-Kreis)

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