Dreßbach: Gelnhausen soll Vorreiter für E-Mobilität werden

Spannend, unterhaltsam und dank diskussionsfreudiger Teilnehmer durchaus fundiert und abwechslungsreich gestaltete sich der Informationsabend zur E-Mobilität in der Gaststätte Kaufmann’s in Meerholz. Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Walter Dreßbach hatte mit dem Unternehmensberater und E-Mobilitäts-Experten Klaus Schäfer einen Referenten eingeladen der den Besucherinnen und Besuchern kompetent und kompakt den aktuellen Stand der Diskussion über E-Mobilität nahe brachte. Schäfer ist seit 2014 in seinem eigenen Tesla Model S unterwegs und hat bis heute 280.000 km elektrisch in ganz Europa zurückgelegt. Im Vortrag und vor allem der anschließenden Diskussion mit dem Publikum stellte sich schnell heraus, dass die Einladungsthese „Mit dem Tesla durch Europa, mit dem Diesel zur Arbeit“ nicht nur griffig ist, sondern die aktuelle Lage rund um die E-Mobilität treffend beschreibt.

Denn mit dem Tesla, der rund 100.000 Euro kostet, eine Reichweite von 350 Kilometern hat und für den es spezielle, kostenlose Schnellladestationen gibt, wird der Durchbruch für diese Technologie im Massenmarkt nicht zu schaffen sein. Sucht man bezahlbare Fahrzeuge mit ausreichender Reichweite, wird die Suche schon schwierig. Wenn es um die Ladeinfrastruktur geht, ist eine massenhafte Verbreitung von Elektrofahrzeugen mit den aktuell bestehenden Möglichkeiten nur schwer vorstellbar.

„Dennoch wird sich diese Technologie definitiv durchsetzen“, zeigte sich Schäfer überzeugt, „dieser Zug lässt sich nicht mehr aufhalten, aber ich habe die Befürchtung, dass wir diese Entwicklung hier in Deutschland verschlafen.“ Angesichts von 100.000 Elektrofahrzeugen in Norwegen, der Hinwendung der Chinesen zur E-Mobilität und der Entwicklung bezahlbarer E-Automobile durch US-amerikanische, japanische, koreanische und französische Hersteller sei es für die deutsche Automobilindustrie jedoch überlebenswichtig, sich auf diesem Feld mehr zu engagieren.

Ein Problem, das von der Modellpolitik der Hersteller unabhängig ist, stellt jedoch die Bereitstellung einer sinnvollen Ladeinfrastruktur dar. An dieser Stelle, sieht Walter Dreßbach auch die Kommunen in der Pflicht, sich zukunftssicher aufzustellen. „Auf kommunaler Ebene wird immer noch zu wenig zur Schaffung von Ladestationen getan, hier sehe ich ein erhebliches Verbesserungspotenzial, gerade auch für Gelnhausen und seine Stadtteile“, ist er überzeugt. „In der Kooperation von Herstellern, Energieversorgern, Kommunen und den Bürgern liegen noch viele Möglichkeiten brach, da gilt es anzusetzen und gemeinsam Lösungen zu finden, und zwar nicht nur für den Individualverkehr, sondern insbesondere bei den öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch Initiativen wie Carsharing oder andere innovative Mobilitätskonzepte.“

Für Dreßbach sind das keine Lippenbekenntnisse, sondern er hat bereits konkrete Pläne. „Bis 2020 will die Bundesregierung mit 300 Millionen Euro die Schaffung von Ladeinfrastruktur fördern. Außerdem soll die Anschaffung von E-Bussen für den öffentlichen Nahverkehr gefördert werden. Beide Bereiche sind auch für eine Kommune wie Gelnhausen von Bedeutung, deshalb werde ich mich als Bürgermeister auch dahingehend stark machen. Mit mir als Bürgermeister wird Gelnhausen Vorreiter in dieser Frage sein“, sagte der Bürgermeisterkandidat Dreßbach in seinem Schlusswort zur Veranstaltung. „Dass damit nicht sofort das E-Mobilitäts-Paradies geschaffen werden wird, steht außer Frage, aber wir machen uns damit bereit für die Zukunft, denn in spätestens zehn Jahren wird der klassische Verbrennungsmotor nur noch einen Bruchteil der Bedeutung haben wie heute.“

(W. Dreßbach)

Wir nutzen nur die absolut nötigen Cookies auf dieser Seite. Die Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden! Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen