Bundestagsabgeordnete geht beim DRK-Kreisverband Gelnhausen-Schlüchtern auf Tuchfühlung mit dem Rettungsdienst

Um den Alltag im Rettungsdienst einmal hautnah zu erleben, fuhr die heimische Bundestagsabgeordnete Bettina Müller diese Tage eine Schicht in einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) des DRK-Kreisverbandes Gelnhausen-Schlüchtern mit. Bevor sie zu Notfallsanitäter Andy Hentschel ins Fahrzeug stieg, sprach die Bundestagsabgeordnete mit DRK-Geschäftsführer Michael Kronberg, Günther Seitz, zuständigem Abteilungsleiter im Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises, Jochen Hohm, ärztlichem Leiter der Rettungsdienstschule Gelnhausen, und Ralph Ries, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken. Themen waren unter anderem aktuelle Entwicklungen im Rettungsdienst, die Ausbildung von qualifiziertem Personal und künftige Herausforderungen im Rettungswesen.

Gruppenbild vor Schichtbeginn (von links): DRK-Geschäftsführer Michael Kronberg, Ralph Ries, Jochen Hohm, DRK-Rettungsdienstleister Walter Hartwig, Günther Seitz, Bettina Müller und Andy Hentschel.

„Als Träger des Rettungsdienstes ist der Landkreis auch für die Qualität im Rettungsdienst verantwortlich“, umriss Günther Seitz die Funktion des Main-Kinzig-Kreises und betonte, der Rettungsdienst zwischen Maintal und Sinntal sei flächendeckend gut aufgestellt. Er verwies auf die hohe technische Ausstattung in den Rettungswagen und die Digitalisierung, die auch im Rettungsdienst des Main-Kinzig-Kreises erfolgreich Einzug gehalten habe: So kommen unter anderem „medical pads“ zum Einsatz, die eine mobile und zügige Erfassung aller relevanten Daten des Notfallpatienten ermöglichen. „All das nutzt uns aber nichts ohne ausreichend Personal und Fachkräfte“, wies Günther Seitz auf den Fachkräftemangel hin, der auch im heimischen Rettungsdienst zunimmt. Eine Folge: Bald könnten im Main-Kinzig-Kreis versuchsweise Tele-Notärzte mit per Computer und Webcam gestellter Ferndiagnose den Rettungsdienst entlassen. „Wir sprechen gerade mit dem Land Hessen über einen entsprechenden Modellversuch bei uns im Landkreis“, berichtete der Abteilungsleiter im Gefahrenabwehrzentrum.

Bundestagsabgeordnete Bettina Müller macht sich hautnah ein Bild vom Alltag im Rettungsdienst und begleitet Notfallsanitäter Andy Hentschel bei einer Schicht im Notarzteinsatzfahrzeug.

Ein Ansinnen, das Bettina Müller begrüßte und für das sie ihre Unterstützung zusagte. Die examinierte Krankenschwester setzt sich in Berlin, aber auch als Abgeordnete im Main-Kinzig-Kreistag, seit Jahren für die Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum ein. Sie weiß: „Heutzutage fährt der Rettungsdienst immer mehr Einsätze, die er gar nicht fahren muss. Denn weil sie keinen Hausarzt mehr in der Nähe haben oder den ärztlichen Notdienst nicht erreichen, rufen die Menschen sofort den Notruf an, obwohl ihre Beschwerden gar kein Notfall sind“. In solchen Fällen könne der Tele-Notarzt Hilfe für Patienten und Entlastung für den Rettungsdienst bringen.

DRK-Geschäftsführer Michael Kronberg berichtete mit Blick auf die Rettungsdienstschule, die der DRK-Kreisverband in Gelnhausen unterhält, dass sich das Rote Kreuz weiterhin intensiv der Nachwuchsgewinnung stellt – auch wenn sie schwieriger geworden ist: „Wir gehen heute aktiv auf die jungen Leute zu und sagen ihnen, dass die Arbeit im Rettungsdienst als Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter ein toller, abwechslungsreicher und verantwortungsvoller Job ist, den es zu erlernen lohnt“. Dafür nutzt der Kreisverband auch verstärkt die Neuen Medien, beispielsweise soziale Netzwerke wie Facebook. Die Aufwertung der Berufsbilder im Rettungsdienst habe mit dem neuen Notfallsanitätergesetz eine erfreuliche Entwicklung genommen, konstatierte Michael Kronberg in diesem Zusammenhang und betonte: „Wir sind da auf einem guten Weg. Für die Zukunft habe ich den konkreten Wunsch, dass der Notfallsanitäter noch klarere Kompetenzen zugewiesen bekommt, um das Berufsbild noch weiter zu schärfen“.

Zuvor hatte Ralph Ries die Situation im Notarzt-Bereich geschildert: „Als Ausbildungskrankenhaus haben wir im Bereich der Akademiker eine hohe Fluktuation“. Das mache die Schulung von Notärzten nicht einfacher. Grund: „Heute muss ein Mediziner zwei Jahre in einer Klinik gearbeitet haben und 50 Einsätze mitgefahren sein, bevor er als Notarzt eingesetzt werden kann. Früher waren das fünf Einsätze“. Entlastung bringt hier die intensive Kooperation zwischen Main-Kinzig-Kliniken und DRK-Kreisverband, denn 25 der 50 erforderlichen Einsätze können in Form von Einsatzsimulationen nachgewiesen werden. Diese Simulationen bietet die Rettungsdienstschule in Gelnhausen an: Noch im Herbst eröffnet sie ein Trainings- und Simulationszentrum.

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.drk-gelnhausen-schluechtern.de und www.rettungsdienstschule-gelnhausen.de.

(A. Schopbach)

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