Ausstellungseröffnung „Geflohen, vertrieben – angekommen!?“

Main-Kinzig-Kreis. Am vergangenen Dienstag eröffnete Landrat Erich Pipa eine Ausstellung im im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen, die sich der Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert widmet. Der Main-Kinzig-Kreis präsentiert gemeinsam mit den Bildungspartnern Main-Kinzig, dem Zentrum für Regionalgeschichte und dem Landesverband Hessen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge „Geflohen, vertrieben – angekommen?!“, die aktuelle Wanderausstellung des Volksbundes.

„Das Thema Flucht und Vertreibung hat in den vergangenen Monaten auch bei uns eine Aktualität erfahren, die lange nicht vorstellbar gewesen ist“, erklärte Erich Pipa. Tausende Menschen erreichten täglich die Europäische Union, Flüchtlinge und Vertriebene aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, aber auch aus Afrika und Südosteuropa suchten Schutz und menschenwürdige Lebensperspektiven. Sie fanden unter anderem im Main-Kinzig-Kreis eine neue Heimat. „Das stellt uns vor enorme Herausforderungen bei der Integration der Menschen in den Städten und Gemeinden, am Arbeitsplatz, in sozialen Einrichtungen und Schulen“, berichtete der Landrat. Mit dieser Ausstellung werden geschichtliche Ereignisse für die Gegenwart verständlich aufgezeigt und es geht auch um die heutigen Ursachen von Flucht und Vertreibung sowie die Folgen Asyl und Integration.

 

Zwischen heutigen und früheren Bewegungen ließen sich durchaus mehrere Parallelen ziehen. So erinnerten nicht zuletzt Bilder in den Medien an die Trecks der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg: „Wir reden über Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Elend verlassen mussten und die oft nicht mehr besaßen, als sie am Leibe trugen. Viele von ihnen hatten ihre Angehörigen verloren oder waren vom Krieg traumatisiert. Das war vor über 70 Jahren so und ist heute nicht viel anders“, so Pipa.

 

Ziel der Ausstellung ist es, die Erinnerung an die Ereignisse der Flucht und Vertreibung der Deutschen von 1933 (zum Beispiel politische Emigranten und deutsche Juden) bis 1945/46 (darunter Schlesier und Ostpreußen) in einer europäischen Perspektive zu beleben. Dabei soll aufgezeigt werden, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtgekommen sind.

Landrat Erich Pipa eröffnet die Ausstellung „Geflohen, vertrieben – angekommen?!“ mit zahlreichen Ehrengästen im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen.

In Kooperation mit dem Zentrum für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises ist ein ergänzender Ausstellungsteil entstanden, der die Situation von zwischen 1947 und 1949 im Altkreis Gelnhausen angekommenen Flüchtlingen und Vertriebenen darstellt. Diese waren mit Flüchtlingstransporten in provisorische Lager wie der Wegscheide Bad Orb gebracht und später beispielsweise in Lettgenbrunn neu angesiedelt worden. Geschichten einiger dieser Neubürger erzählen Archivdokumente und originale Exponate.

 

Staatsminister a.D. Karl Starzacher begrüßte die Gäste zur Eröffnung in seiner Funktion als hessischer Landesvorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und dankte für die Möglichkeit in Gelnhausen auszustellen. Eine Einführung in die Präsentation gab Judith Sucher, Bildungsreferentin beim Volksbund. Harry Wenz (Kontrabass) und Kai Picker (Gitarre)  sorgten mit ihren musikalischen Einlagen für den entsprechenden Rahmen.

 

Landrat Erich Pipa forderte die Gäste auf, die Ausstellung bekannt zu machen in der Öffentlichkeit,  „insbesondere Schulklassen sind herzlich willkommen“. Bis Mittwoch, 24. Mai, kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Bürgerportals besichtigt werden, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

(Main-Kinzig-Kreis)

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