Gesundheitsamt meldet 95 Neuinfektionen und ein Todesfall

Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises hat für Mittwoch 95 bestätigte Neuinfektionen mit dem SarsCoV-2-Virus gemeldet und einen Todesfall aus Freigericht. Die Sieben-Tagesinzidenz des Main-Kinzig-Kreises stieg auf nun 92.

Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler betrachtet den Anstieg mit Sorge. „Das Infektionsgeschehen im Main-Kinzig-Kreis beruhigt sich nicht weiter, es verlagert sich in jüngere Alterskohorten, die naturgemäß mobiler sind und mehr Kontaktmöglichkeiten haben“, so die Erste Kreisbeigeordnete. „Dagegen ist es gut beobachten zu können, dass gerade in der Gruppe der älteren Mitmenschen die Infektionen zurück gehen“, so Simmler weiter. Der Anteil der Über-60-Jährigen an den Neuinfektionen der vergangenen Tage war so niedrig wie zuletzt Mitte November des letzten Jahres. Zugleich angestiegen ist der Anteil der Unter-30-Jährigen am Infektionsgeschehen, ihr Anteil an den Neuinfektionen liegt bei fast 40 Prozent.

Auch die regionale Verteilung der Neuinfektionen ist sehr heterogen. Es gibt im Unterschied zu einzelnen Anstiegen im vergangenen Jahr keine Schwerpunkte in bestimmten Kommunen; die Fälle sind nicht auf einzelne Ausbrüche oder Veranstaltungen zurückzuführen. „So etwas wie Superspreading-Events, wo sich also bei einem einzelnen Ereignis binnen kurzer Zeit sehr viele Menschen anstecken, sind am aktuellen Infektionsgeschehen nicht erkennbar. Das Infektionsgeschehen bleibt diffus, sowohl in größeren Städten als auch in kleinen Kommunen. Vor allem im familiären Umfeld und am Arbeitsplatz stecken sich die Menschen an“, so Simmler. Bleibe es bei einem Infektionsgeschehen auf diesem Niveau, seien die Lockerungsschritte, wie sie Bund und Länder am Mittwoch beschlossen hatten, riskant und nur durch flankierende, strikte Schutzmaßnahmen infektiologisch vertretbar.

Der Verwaltungsstab des Kreises analysiert die Zahlen zum Infektionsgeschehen täglich und tauscht sich dabei auch mit den 29 Kommunen aus, etwa am Donnerstag mit der Stadt Hanau, die aufgrund ihrer zentralörtlichen Funktion eine besondere Bedeutung hat. Dabei vereinbarten die Kreis- und Stadtspitze ein weiterhin sehr eng abgestimmtes gemeinsames Vorgehen. Das Infektionsgeschehen stelle sich in Hanau „nicht grundlegend anders dar als in anderen Städten der näheren Umgebung, auch im Main-Kinzig-Kreis“, so Simmler. Der Inzidenzwert liegt für den Bereich der Stadt Hanau derzeit bei 142. Dass sich nun anteilig weniger ältere Menschen anstecken, ist für Susanne Simmler „eine Folge der Impfaktion, gerade auch in den Alten- und Pflegeheimen und der Gruppe der Über-80-Jährigen“: „Neue Ausbrüche kommen dort derzeit nur noch vereinzelt vor. Wenn im Gesundheitsamt derzeit Ausbruchsgeschehen registriert wird, dann seit Wiedereinstieg in den Wechselunterricht in den Schulen und dem Regelbetrieb in Kindergärten vor allem dort“, so Simmler. Die strikte Reaktion des Gesundheitsamtes der breiten Quarantäne auch im familiären Umfeld ist demnach weiterhin ein wichtiger Schritt, um die Ausbreitung bestmöglich zu unterbinden. Der Anteil der Infektionen mit Virusmutationen, die im Verdacht stehen, infektiöser als die Ursprungsvariante zu sein und sich schneller zu verbreiten – im Main-Kinzig-Kreis ist das im Wesentlichen die so genannte „britische Variante“ –, schwankte in den vergangenen beiden Wochen zwischen 20 und 30 Prozent.

Die Zahl der Geimpften im Main-Kinzig-Kreis liegt seit einigen Tagen deutlich über der Gesamtzahl der laborbestätigten Fälle. Rund 17.800 Menschen waren bis Mittwoch geimpft worden, das entspricht einer Quote von 4,2 Prozent. Impfdosen stehen derzeit für täglich rund 600 Personen in den beiden Impfzentren zur Verfügung. Zusätzlich zum täglichen Impfbetrieb wird an den beiden Impfstandorten in Gelnhausen und Hanau gerade Personal von Arztpraxen geimpft. Für das vergangene und das kommende Wochenende haben sich rund 2500 Menschen angemeldet. Hinzu kommen rund 650 Personen in 50 Praxen, die den Impfstoff geliefert und ihn in ihrer eigenen Praxis verabreicht bekommen.

Über den Fortschritt bei der Impfaktion in der Region wird der Main-Kinzig-Kreis ab Mitte kommender Woche täglich auf seiner Internetseite informieren. Vergleichbar mit dem „Dashboard“, das es bereits seit Monaten zum Infektionsgeschehen gibt, werden die kumulierten Zahlen der Geimpften und daraus berechnet auch die Impfquote dargestellt. Die Vorarbeiten zu dieser digitalen Aufbereitung laufen seit Anfang Februar, wobei die letzten Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Datenbanken erst in diesen Tagen technisch gelöst werden konnten.

Leichte Entspannung in den Krankenhäusern

Nachdem acht laborbestätigte Coronavirus-Fälle nachträglich in die Statistik aufgenommen worden sind, liegt die Gesamtzahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert haben, nun bei 15.051. Als aktuell infektiös eingestuft werden 746 Personen. 13.825 Menschen haben die akute Virusinfektion mittlerweile wieder überstanden. Im Zusammenhang mit Covid-19 sind 480 Menschen mit Wohnort im Kreisgebiet gestorben. Die Situation in den Krankenhäusern in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern entspannt sich weiterhin leicht. Dort werden 60 Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 medizinisch versorgt. Darunter sind 53 Personen, die im Main-Kinzig-Kreis wohnen. Intensivmedizinische Betreuung benötigen 16 Menschen, auf ein Beatmungsgerät angewiesen sind elf Patienten und Patientinnen. Das Gesundheitsamt hat außerdem für den Mittwoch neue Coronavirus-Fälle in den Beruflichen Schulen Gelnhausen, in Hanau in der Paula-Fürst-Schule, der Otto-Hahn-Schule und der Ludwig-Geissler-Schule sowie der Maintaler Adolph-Diesterweg-Schule registriert.

Die von den 95 Neuinfektionen betroffenen Menschen wohnen in: Hanau (32), Maintal (17), Bruchköbel (sieben), Erlensee (sieben), Bad Soden-Salmünster (fünf), Steinau (fünf), Birstein (drei), Freigericht (drei), Wächtersbach (drei), Gelnhausen (zwei), Hasselroth (zwei), Jossgrund (zwei), Ronneburg (zwei), Bad Orb, Neuberg, Nidderau und Schlüchtern. Ein Fall wurde noch nicht zugeordnet.

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