Mittelsinn – das erste Christbaumdorf Deutschlands

Mittelsinn im Spessart ist der Hauptort des Christbaumanbaus im Sinngrund, eines der größten Anbaugebiete Süddeutschlands. Hier dreht sich alles um den Weihnachtsbaum.

Der Weihnachtsbaum vereint ein ganzes Dorf

Zur Förderung des Brauchtums und der Region hat sich im August 2016 in Mittelsinn eine Christbaumdorf-Initiative gegründet, mittlerweile ein eingetragener Verein mit etwa 150 Mitgliedern. Der Name „Christbaumdorf“ ist einzig in Deutschland. Er weist auf die Besonderheit Mittelsinns hin. Der Verein „Christbaumdorf e.V.“ steht für Traditionen des Sinngrundes und will regionale Produkte fördern.

 

Ein Weihnachtsbaum benötigt 10 Jahre

Die 30 Christbaumproduzenten Mittelsinns liefern etwa 150.000 Christbäume im Jahr. Anbau und Pflege benötigen viel Handarbeit, zumal der Verbraucher immer mehr Wert auf den „perfekten, makellosen Baum“ legt. So wird mit einer Spezialzange der Saftstrom gebremst, um das Spitzenwachstum zu hemmen und damit die Abstände zwischen den Astreihen gleichmäßig zu halten. Nicht gewünschte Triebe werden mit der Hand herausgezwickt, „snippen“ genannt, um eine regelmäßige Rundung des Baumes zu erreichen. Weihnachtsbaumproduzenten sind sozusagen auch „Baumfriseure“. Damit Vögel sich nicht auf die wertvolle Spitze setzen und sie abbrechen, werden per Hand an die Spitze der Bäume Holzstäbe angeklemmt als Sitzmöglichkeit für die Vögel. 10 bis 12 Jahre dauert die Pflege eines Baumes. Dann erst ist er etwa türhoch.

In dieser Zeit kann sich eine artenreiche Fauna und Flora entwickeln. Die Form dieser Ackerkultur mit besonnten Offenflächen und begrünten Fahrgassen ermöglicht den Lebensraum für Ameisen, Echsen und Reptilien. Weihnachtsbaumkulturen fördern sogar das Vorkommen seltener und vom Aussterben bedrohter Vogelarten, wie z.B. von Heidelerchen und Kiebitzen.

Wirtschaftsfaktor Weihnachtsbaum

In keinem anderen Land ist die Tradition für den Naturbaum zum Weihnachtsfest so ausgeprägt, wie in Deutschland. Zwischen 24 und 25 Millionen Bäume wurden in den letzten Jahren in Deutschland verkauft mit einem Selbstversorgungsgrad von
85 %. Der mit Abstand beliebteste Baum ist dabei die Nordmanntanne. Der Marktanteil der Nordmanntanne liegt bundesweit bei gut 75 %. Die Nummer 2 in der Beliebtheit ist die Blaufichte, mit einem Marktanteil von rd. 15 %. Der Rest verteilt sich auf Nobilistannen, Rotfichten, Kiefern, Douglasien, Kork- und Coloradotannen.

Auch bei Weihnachtsbäumen achten immer mehr Verbraucher auf die Herkunft. Für gut 50 % der Verbraucher spielt es eine entscheidende Rolle, dass der Baum aus der Region kommt.

Start der Spendenaktion mit Anschnitt des Lebkuchenbaums: v.l. Uwe Klug, Vorsitzender des Vereins Christbaumdorf Mittelsinn; Johann-Friedrich Marshall, Wiener Feinbäckerei Heberer, Vanessa Frank, neue deutsche Weihnachtsbaumkönigin; Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger

Weihnachtsbäume helfen Kindern

In Mittelsinn entstand die Idee der Erweiterung der Spendenaktion „Weihnachtsbäume helfen Kindern“ zugunsten von SOS-Kinderdorf Deutschland. Ins Leben gerufen wurde die Aktion durch den Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger, der bereits über 60.000 € spenden konnte. Spezielle Anhänger an ausgewählten Weihnachtsbäumen machen auf die Spendenaktion aufmerksam. Vom Verkaufspreis jedes mit dem SOS-Kinderdorf-Anhänger ausgezeichneten Baumes geht 1 € als Spende an SOS-Kinderdorf.

Georg Heberer, Geschäftsführer der Wiener Feinbäckerei Heberer (Mühlheim am Main), engagiert sich in Mittelsinn. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins „Christbaumdorf“, Uwe Klug, entstand die Idee, die Spendenaktion zu erweitern: „Weihnachtsbäume helfen Kindern – der Naturbaum und der Lebkuchenbaum“.
„In unseren über 200 Filialen werden ab 1. November ein heller und dunkler, dekorierter Lebkuchen verkauft. Wir backen ebenso für teilnehmende Weihnachtsbaumproduzenten, die Hofläden oder Glühweinstände haben. 10 Cent pro Lebkuchen gehen an SOS-Kinderdorf“, erläutert Georg Heberer.

In diesem Jahr werden erstmals konkrete Projekte von SOS-Kinderdorf Deutschland unterstützt. „So finanzieren wir das Material für einen Werkraum, wo dann beispielsweise auch Nistkästen für Singvögel gebaut werden“, erläutert Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumproduzenten. „Die Nistkästen können die Kinder dann selbst in den Weihnachtsbaumkulturen auf den Betrieben der Umgebung des Kinderdorfes aufhängen. Eine bessere Symbiose für den aktiven Naturschutz können wir uns nicht vorstellen“, berichtet Oelkers.

Alle 30 Weihnachtsbaumproduzenten des Christbaumdorfes unterstützen die Spendenaktion ebenfalls. Auf den beiden großen Adventsmärkten am 2. und 3. Adventswochenende geht für jeden verkauften Weihnachtsbaum ein Euro als Spende an SOS-Kinderdorf. Die Adventsmärkte sind einzigartig. 25 Höfe im Ort öffnen ihre Tore. Etwa hundert Austeller und Verzehrstände mit regionalen Spezialitäten säumen die Straßen des adventlich geschmückten Ortskerns. Ein buntes Familienprogramm bietet für jeden etwas: ob Bogen- oder Lichtgewehrschießen, Lagerfeuer mit den Pfadfindern oder mit dem Nikolaus und seinem Weihnachtsexpress zum Christbaum schlagen an den Bergsee.

Deutsche Weihnachtsbaumsaisoneröffnung in Mittelsinn

Ein weiteres Highlight ist die bundesweite Weihnachtsbaumsaisoneröffnung am
11. November. Als Ehrengäste haben sich Bayerns Justizminister Winfried Bausback, der SOS-Kinderdorfbotschafter Michael Hirte, bekannt als Supertalent mit der Mundharmonika und die neue deutsche Weihnachtsbaumkönigin, Vanessa Frank, angekündigt.

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